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29.11.2017, 21:51 Uhr

Schnelles Internet im Außenbereich

Glasfaser vs. Vectoring


Die Bedeutung einer schnellen Internetverbindung wächst ständig und so waren rund 100 Interessierte der Einladung von Christoph Boge, Vorsitzender der CDU-Ortunion Telgte und Martin Wickensack vom Landwirtschaftlichen Ortsverein gefolgt. Im Saal des St. Rochus-Hospitals in Telgte informierten Ralf Hübscher von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung des Kreises Warendorf (GfW) über das Programm „Breitbandausbau des Bundes“ und Frank Demmer, Vorsitzender des Vereins „Bürgernetz Westbevern“, über die Möglichkeiten der Anlieger in Eigeninitiative Glasfaseranschlüsse zu verlegen.
Nach der Einführung durch die Organisatoren gab Ralf Hübscher zunächst einen Überblick über die Breitbandversorgung im Kreis Warendorf seit 2015. Hierbei wurde deutlich, dass die Städte und Gemeinden schon sehr gut ausgebaut sind, aber die Anforderung von mindestens 50 mBit pro Anschluss in den Außenbereichen bei weitem noch nicht umgesetzt wurde. Um dieses Ziel zu erreichen, habe der Bund ein Förderprogramm auf den Weg gebracht, mit dem der Kreis Warendorf mit rund 30 Millionen Euro gefördert werde. Zusammen mit der Förderung aus dem Landeshaushalt betrage der Förderbetrag ca. 60 Millionen, so dass 90 Prozent der Kosten abgedeckt seien. Hübscher machte aber deutlich, dass mit diesem Betrag nur ein Ausbau mit Vectoring möglich sei. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass ein zukunftsorientierter Ausbau von den Telekommunikationsunternehmen gewährleistet werden müsse, was bei den Vergabekriterien berücksichtigt  werde. Im Moment seien beim Vectoring bei 100 mBit die Möglichkeiten ausgereizt. Auch die technische Vorgehensweise wurde von Hübscher erklärt. So würden die Verteilerkästen so aufgestellt, dass jeder Anschluss mit Kupferkabel, die geforderten 50 mBit garantiert und in jedem Fall das Glasfaserkabel bis zum Verteiler verlegt werde.
An dieser Stelle kam der Vorsitzende des Vereins „Bürgernetz Westbevern“, Frank Demmer, zu Wort. Der Verein hat sich gegründet, um in Eigeninitiative flächendeckend Glasfaseranschlüsse zu verlegen. Demmer erläuterte die Arbeit des Vereins und gab einen Überblick über die Anforderungen an die Mitglieder. So muss jedes Mitglied neben seinem ehrenamtlichen Engagement einen Eigenanteil von 2.000 Euro aufbringen und sich mindestens 24 Monate an den Anbieter binden. Die Mitglieder des Vereins sehen nur den Glaserfaseranschluss als zukunftsfähig an. Unterstützung bekam Demmer bei seinen Ausführungen von Paul Verenkotte aus Ostbevern. Auch in Ostbevern werden die Außenbereiche in Eigeninitiative ausgebaut.
In der anschließenden Diskussion wurden Themen nach der Einflussnahme des Kreises auf die Anbieter, der Abstand der Verteilerkästen und der mögliche spätere Austausch von Kupferkabel in Glasfaser angesprochen. Auch der Zeitrahmen des Ausbaus interessierte die Teilnehmer. Letztendlich waren sich alle Beteiligten einig, dass man bis zum Frühjahr 2018 abwarten müsse, welcher Anbieter den Zuschlag erhalte und dann Gespräche mit den Anliegern und Betreibern führen müsse.

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