Anträge und Anfragen der CDU Fraktion

 

 

An den
Verwaltungsrat der Abwasser TEO AöR
Herrn Wolfgang Annen
Bahnhofstraße 48
48291 Telgte                                                                                                   30.09.2019


Mit der Bitte um Weiterleitung an:

Den Geschäftsführer der Abwasserbetrieb TEO AöR
Herrn Thomas Taugs


Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Telgte bittet den Verwaltungsrat und die Geschäftsführung der TEO AöR um Prüfung der folgenden Fragestellungen:

Möglichkeiten der Rückführung von gereinigtem Wasser der Kläranlage Telgte des Abwasserbetriebes in die Grundwasserkörper der Stadt Telgte sowie Prüfung weiterer alternativer Verwendungsmöglichkeiten.

Begründung:
Der zweite sehr trockene Sommer in Folge hat allen Einwohnern des Stadtgebietes gezeigt, dass Wasser ein kostbares und bisweilen knappes Gut ist. Die Niederschläge dieses und des letzten Sommers konnten den Bedarf vieler Wälder, landwirtschaftlicher Kulturen und privater wie öffentlicher Grünanlagen nicht mehr decken. Trockenschäden sind überall im Stadtgebiet deutlich sichtbar.
Die Kläranlage Telgte verarbeitet täglich eine Menge von ca. 4000 m³ Schmutzwasser. Diese große Wassermenge wird nach der Reinigung aktuell in die Ems abgeleitet.
Die Schmutzwassermenge korreliert dabei eng mit der Menge an Frischwasser, die die Stadtwerke SO sowie zahlreiche Hausbrunnen im Stadtgebiet jährlich dem Grundwasser entnehmen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob und auf welchem Wege es Rückführungsmöglichkeiten für gereinigtes Wasser aus der Kläranlage Telgte gibt. Vorstellbar sind neben der Verwendung zur Bewässerung öffentlicher, aber auch privater Grünanlagen die Nutzung zur Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen. Ebenso wäre die Anlage von Feuchtwiesen und Biotopen zum Zwecke des Naturschutzes denkbar, in die gereinigtes Wasser eingeleitet werden könnte und durch Versickerung dem Grundwasser in Telgte zugutekommen kann.

Konkret bittet die Telgter CDU daher um die Beantwortung folgender Fragen:

Welche gesetzlichen Vorgaben sind bei der Verwendung bzw. dem Verbleib von gereinigtem Wasser zu beachten.
Welche Risiken können aus Mikroschadstoffen und anderen Fraktionen, wie z.B. Hormonen oder Medikamentenrückständen entstehen, die bislang im Reinigungsprozess nicht vollständig entfernt werden können.
Welche technischen, baulichen und organisatorischen Maßnahmen wären notwendig, um eine alternative Verwendung des gereinigten Abwassers zu erreichen.
Welche betriebswirtschaftlichen Auswirkungen sind zu erwarten.

Für die CDU-Fraktion

Christoph Boge/Karl-Heinz Greiwe